Maschenprobe: das ungeliebte Quadrat entscheidet alles
Jede Zahl auf dieser Seite hängt an einer einzigen Messung. Ist die Maschenprobe schlampig, ist der Rest wertlos.
Stricken Sie größer als die Fläche, die Sie messen. Ein Quadrat von genau 10 × 10 cm taugt nichts, weil sich die Ränder einrollen und dort anders unter Spannung stehen. 15 × 15 cm sind das praktische Minimum. Schlagen Sie etwa das 1,5-Fache der in der Anleitung genannten Maschenzahl an.
Waschen und spannen Sie die Probe genau so, wie Sie das fertige Teil behandeln werden. Und messen Sie dann noch nicht: Nadeln entfernen, trocknen lassen und weitere 12 bis 24 Stunden warten. Gestricktes entspannt sich weiter, wenn es längst trocken aussieht — eine Maschenprobe direkt vom Spannbrett fällt immer fester aus als das spätere Kleidungsstück.
Messen Sie in der Mitte. Lineal quer über die Mitte legen, die Maschen auf 10 cm zählen und alles ignorieren, was drei bis vier Maschen vom Rand entfernt liegt.
Immer mit der Lauflänge rechnen, nie nur mit Gramm
Der teuerste Fehler beim Garntausch ist, in Gramm zu denken. 100 g Baumwolle und 100 g Wolle ergeben völlig unterschiedliche Längen, und verbraucht wird Länge, nicht Gewicht. Die Formel lautet:
Knäuel = Gesamtlauflänge ÷ Lauflänge pro Knäuel.
Deshalb fragt der Rechner nach Gramm und Metern pro Knäuel: das Gewicht dient der Hochrechnung aus der Maschenprobe, die Lauflänge der Umrechnung in Knäuelzahl.
Vier Zoll und zehn Zentimeter sind dasselbe
Rechnerisch nicht — vier Zoll sind 10,16 cm. Aber jede Anleitung weltweit schreibt „10 cm (4 in)“ als eine einzige Angabe, und dieses Werkzeug behandelt sie identisch. Wer umrechnet, schleppt 1,6 % Fehler mit, und auf einem Pulloverteil ist das eine ganze Masche.
Garnstärke ist keine Austauschtabelle
Der Craft Yarn Council sagt es ausdrücklich: Zwei Garne mit demselben Etikett „Aran (4)“ können deutlich unterschiedliche Maschenproben ergeben. Die Kategorie sagt nur, zu welcher Nadelstärke Sie zuerst greifen. Auch bei gleicher Kategorie bleibt die Maschenprobe Pflicht.
Auf die Millimeter achten, nicht auf die Nummer
5,0 mm heißt in den USA Größe 8 und in Großbritannien Größe 6, aber jeder Hersteller beschriftet anders. Die japanischen 号-Größen treffen metrische Werte fast nie genau: Nur 3,0, 4,5 und 6,0 mm stimmen exakt überein. Die Umrechnungstabelle hier steht deshalb auf Millimetern — kaufen Sie nach Millimeter.
Spitzenhäkelnadeln laufen umgekehrt: je höher die japanische Zahl, desto dünner die Nadel, und es gibt nur gerade Zahlen.
Häkeln braucht rund 30 % mehr
Bei gleichem Teil und gleichem Garn verbraucht Häkeln etwa das 1,3-Fache des Strickverbrauchs. Der Rechner speichert deshalb keine eigene Häkeltabelle, sondern multipliziert den Strickwert mit 1,30.
Kaufen Sie ein Knäuel extra — und zwar aus derselben Partie. Eine andere Färbepartie sieht man, gerade in den letzten Reihen. Wenn schon zwei Partien im Korb liegen: immer zwei Reihen aus dem einen, zwei aus dem anderen Knäuel stricken, dann verschwindet die Kante.